BAMMU
Der Regen in der Nacht wurde nicht weniger… auf dem Stellplatz bildeten sich richtige Seen… B opferte sich bei strömendem Regen (freiwillig?), um den Part draussen zu erledigen… Wasser auffüllen, Strom einziehen und was es sonst noch zu tun gab. Wir kümmerten uns indoor damit wir abfahrtbereit waren.
So dauerte es nicht lange bis wir starten konnten. Einmal durch den Morgenverkehr von «Istanbul»… zum Glück raus aus der Stadt und so kamen wir trotz Gewusel einigermassen gut durch.
Unterwegs entdeckten wir dann 1x eine Anzeige, wo etwas stand wie, ausländische Nummernschilder können einen Zoll nicht überqueren… ob es den von uns gewählten Zollübergang betrifft, konnten wir nicht mit Sicherheit ausschliessen. Wir versuchten es auf gut Glück… hinzu kam, dass es nirgends eine Maut Station gab, wo wir die Autobahn Maut bezahlen konnten. Nur ein weiteres Schild das wir diese irgendwo bezahlen müssen…
Je näher wir zur Grenze nach Bulgarien kamen, umso unsicherer wurde ich… ich rechnete schon wieder x Stunden für den Zollübertritt ein…ausnahmsweise war unser «Berufspessimist» B ganz locker und entspannt…
Überraschenderweise verlief aber alles super easy. Auf der türkischen Seite mussten wir kurz die Pässe zeigen und konnten den offenen Mautbetrag bezahlen.
Auf der bulgarischen Seite wurde unsere «Lulu» 1x rundherum komplett desinfiziert und anschliessend wurden unsere Pässe geprüft, inkl. einem kurzen Blick in unsere «Lulu». Hier reichte auch der Fahrzeugausweis… den grünen Versicherungsnachweis mussten wir zum Glück nicht vorweisen. Haben wir ja in der Zwischenzeit via Mail erhalten… gilt aber offenbar als digitales Dokument auf dem Handy nicht wirklich. Das Teil MUSS in ausgedruckter Originalpapierform präsentiert werden…wo sind wir genau? Im Jahr 2026 oder eher 1990? 😉
Der Grenzübertritt ging jedoch fix und der ganze «bammu» war für nichts.
Rapide wechselte die Szenerie. Erst wurden wir von einem Pferd auf der Strasse überrascht. B hatte dabei ein kleinen Schreckmoment, weil von hinten ein aufdringlicher Autofahrer unbedingt überholen wollte und das Pferd vor uns natürlich nicht sehen konnte. Ausweichen ging also nicht so richtig und das arme Pferd war sichtlich im Stress und konnte ebenfalls nicht weg von der Strasse da die Leitplanke am Strassenrand es behinderte. Zum Glück ging die Situation für alle Beteiligten glücklich aus.
… und auch die Gebäude sehen ganz anders aus als auf der türkischen Seite.
Der Herbst ist hier schon viel mehr sichtbar.
Wir steuerten ein erstes Ziel an. Rosafarbene Meersalzgewinnungsteiche. Man konnte die Farben zwar erkennen aber so richtig zur Geltung kamen sie nicht, vielleicht hätte etwas Sonne geholfen. Ein kleiner Umweg, aber was solls wir haben ja Zeit.
So machten wir uns auf zum eigentlichen Ziel.
«Nessebar» welches uns auf Anhieb gefiel.
Eine kleine Halbinsel direkt am schwarzen Meer.
Die Altstadt eine Augenweide und auf jeden Fall ein Besuch wert, lauter kleine hübsche Häuser.
Bewachsen mit Reben. Jedes Haus hat seinen eigenen Charm.
Es gibt x-Kirchen in dieser kleinen Ortschaft, von einigen stehen nur noch Ruinen andere sind nach wie vor gut erhalten. Offensichtlich war dieser Ort schon vor Jahrhunderten eine strategisch wichtige Stellung, was aufgrund der Lage auf einer vorgelagerten Halbinsel im schwarzen Meer auch nicht erstaunt.
Wir genossen die Stimmung hier sehr. Während der Hochsaison muss es hier allerdings mehr als voll sein. «Nessebar» und die nahegelegene Stadt «Burgas» sind DIE angesagten Sommerdestinationen der Bulgaren und angrenzenden Länder. Aktuell ist es einfach richtig gemütlich. Die Läden und Restaurants sind mehrheitlich noch offen, schliessen jedoch in den nächsten Wochen und öffnen erst wieder im kommenden Frühsommer. Wer also in dieser Zeit hier vorbeikommen sollte, wird nicht mehr so viel Möglichkeiten vorfinden wie wir aktuell.
Wir suchten uns ein gutes Restaurant, mit direktem Blick aufs schwarze Meer und genossen das erste bulgarische Abendessen, natürlich mit Fisch, zu einer köstlichen Flasche einheimischen Wein. Ach, uns geht es heute so richtig gut 😊
Nun stehen wir direkt unterhalb der Altstadt auf einem Gemeindeparklatz, hören dem Meeresrauschen zu und freuen uns auf eine ruhige Nacht, damit wir morgen wieder bereit sind um allerlei Neues zu Entdecken.
Alles liebe,
BLS


